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(Stiftungs-) Bibliothek des OLG Celle

Informationen zu den beiden Bibliotheken des Gerichts



1. Geschichte

Bei der Errichtung des Oberappellationsgerichts in Celle für die kurfürstlich Braunschweig-Lüneburgischen Lande am 14.10.1711 stellte die landesherrliche Kammerkasse - einmalig - 140 Taler für eine kleine Dienstbücherei zur Verfügung. In jenen glücklichen Zeiten wurden ja nur wenige Bücher benötigt, nämlich das Corpus iuris, die landesgesetzlichen Ergänzungen und einige Erläuterungsschriften zum Gemeinen Recht. Die angeschafften Bücher behielten 50 - 100 Jahre lang ihre Gültigkeit, da sich kaum einmal etwas änderte.

In den Bibliotheksverhältnissen des Oberappellationsgerichts trat in der Mitte des 18. Jahrhunderts ein entscheidender Wandel ein.

Christian Ulrich Grupen (1692 - 1767)
Christian Ulrich Grupen

Der in Harburg geborene Rechtsgelehrte und Historiker Christian Ulrich Grupen (1692 - 1767), der 1715 als Advocat nach Hannover gekommen und dort Vorsitzender des Stadtgerichts und Konsistorialrat im kurfürstlichen Konsistorium geworden war, schenkte im Oktober 1743 mit Genehmigung des Kurfürsten von Hannover und Königs von Großbritannien, Georg II., seine große Büchersammlung dem Oberappellationsgericht. Die alten Schenkungsakten dieser Grupen´schen Stiftung sind noch vorhanden.

2. Das Stiftungsvermögen

Es kamen seinerzeit neben einem beachtlichen Kapitalfonds insgesamt rund 10.000 Bücher in das Celler Gericht, darunter etwa 3.500 Bände aus der Zeit vor 1700. Es waren Rechtsbücher aus früheren Jahrhunderten und Werke aus anderen Wissenschaften, vor allem aus den Bereichen der Theologie, Geschichte, Geographie und anderer Naturwissenschaften, von denen im Laufe der Zeit manches verloren gegangen ist. Unter den Beständen befanden sich rund 250 Handschriften und etwa 60 Inkunabeln (Wiegendrucke von: cunabula = Wiege, also Frühdrucke aus den Anfängen der Buchdruckerkunst mit beweglichen Lettern 1450/1454 bis 1500 und sog. Halbinkunabeln (= Drucke aus etwas späterer Zeit).

3. Stiftungsverwaltung

Die Grupen´sche Stiftung ist nicht - wie die daneben bestehende juristische Bibliothek des Oberlandesgerichts - Staatseigentum, sondern eine privatrechtliche Stiftung mit eigener Rechtspersönlichkeit. Sie wird von der Gesamtheit der Planrichter des Oberlandesgerichts durch einen von ihnen gewählten vier- bis fünfköpfigen Ausschuss verwaltet, der aus seiner Mitte ein geschäftsführendes Mitglied wählt.

Die Stiftung erwirbt aus den ihr jetzt leider nur noch in sehr geringem Umfang zur Verfügung stehenden Mitteln allein Werke - Bücher und Zeitschriften - aus nicht-juristischen Wissenschaftsbereichen.

Der in den Räumen des Oberlandesgerichts untergebrachte Bestand an Büchern beläuft sich insgesamt auf rund 170.000 Bände, wovon der Stiftung ca. 110.000 Bände gehören.

Erstes Buch von der Prozessordnung (1781)  

Erstes Buch von der Prozessordnung (1781)

(Stiftungs-) Bibliothek

Wechselausstellung mit den schönsten Exponaten der Stiftungsbibliothek

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