klar

Grundsätze und Ziele

Das Mediationsverfahren beim Güterichter ist dabei von folgenden Grundsätzen geprägt:

  • Freiwilligkeit
    Die Grundlage eines erfolgreichen Güterichterverfahrens ist der freie Wille der Parteien, den Konflikt einvernehmlich lösen zu wollen. Der Gesetzgeber hat das Kriterium der Freiwilligkeit im Mediationsgesetz besonders hervorgehoben (§§ 1 Abs. 1, 2 Abs. 5 MediationsG). Keine Prozesspartei ist verpflichtet sich auf das Güterichterverfahren einzulassen. Sie kann auch jederzeit aus einem einmal begonnenen Güterichterverfahren aussteigen. Weder muss sie dies begründen noch kann ihr deshalb ein Nachteil entstehen.
  • Vertraulichkeit
    Für den Erfolg einer Mediation ist es von grundlegender Bedeutung, dass die Gespräche in einer offenen, vertrauensvollen Atmosphäre geführt werden. Aus diesem Grund kann es sehr wichtig sein, dass für Inhalt und Ablauf der Güterichterverhandlung vertraulich bleiben. Dieses muss allerdings im Einzelfall gesondert vereinbart werden, da das Mediationsgesetz in § 4 nur den Mediator (und von ihm etwaig hinzugezogenen Personen) nicht jedoch die Parteien und ihre Rechtsanwälte zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die Frage der Vertraulichkeit wird regelmäßig zu Beginn der Verhandlung vom Güterichter angesprochen.
  • Neutralität
    Die Güterichter sind beiden Parteien gleichermaßen verpflichtet (§ 2 Abs. 3 MeditationsG). Zu den Aufgaben der Güterichter gehört es, sich unvoreingenommen und allparteilich darauf zu konzentrieren, die Sicht beider Seiten zu verstehen und dabei auch den Parteien zu helfen, einander (besser) zu verstehen.
  • Informiertheit und Offenheit
    Ziel der Mediation beim Güterichter ist eine Lösung des Konflikts der Parteien, somit in aller Regel eine Vereinbarung der Parteien, mit der die aufgetretenen Probleme gelöst werden. Um einen solchen Vertrag erarbeiten zu können, müssen beide Seiten über den zugrundeliegenden Sachverhalt und die maßgeblichen Bedingungen hinreichend informiert sein. Daher sollen Konfliktparteien alle Informationen, Tatsachen und Belege, die für den Konflikt wichtig sind, sich wechselseitig ehrlich offenbaren. Damit dies gelingen kann, ist eine Vereinbarung zu Vertraulichkeit in aller Regel hilfreich.
  • Eigenverantwortlichkeit
    In der Mediation beim Güterichter sollen die Parteien ihren Konflikt selbst bearbeiten und eigene, auf ihre spezielle Situation passende Antworten für die Konfliktlösung finden. Sie sind die Experten in eigener Sache. Die Güterichter sind für die Lösung des Konflikts nicht verantwortlich und für die Entscheidung des Streits keinesfalls zuständig (§ 41 Nr. 8 ZPO). Vielmehr sind es die Parteien, die selbst eine Einigung aushandeln und herbeiführen.



Das Ziel einer Mediation beim Güterichter ist die Erarbeitung und Vereinbarung einer gemeinsamen Problemlösung durch die Parteien. Nach Möglichkeit sollen die getroffenen Vereinbarungen zukunftsorientiert sein; d. h. in die Zukunft weisend und auf lange Sicht beständig bleiben. Ein etwaiges Verschulden in der Vergangenheit ist nicht zentral maßgebend. Vielmehr sollen die Parteien konstruktiv und kooperativ, individuelle und tragfähige Ergebnisse ausarbeiten, mit denen sie am Ende des Tages beide nachhaltig zufrieden sein können.


Grundsätz und Ziele  
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln