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Oberbürgermeister Dr. Nigge analysiert den Zustand der Stadt

Vortragsreihe des Oberlandesgerichts Celle



CELLE. Oberbürgermeister Dr. Nigge referierte am 21. März 2018 im Rahmen der Vortragsreihe des Oberlandesgerichts Celle zu „Entwicklungsperspektiven mittelgroßer Städte am Beispiel von Celle sowie Chancen und Herausforderungen".

Die für Veranstaltungen der Vortragsreihe begehrten Karten waren erneut - zumal mit Herrn OB Dr. Nigge in dieser Reihe erstmals ein Kommunalpolitiker als Referent auftrat - kurz nach der Ankündigung vergriffen und so war der Vortragssaal im Oberlandesgericht wieder bis auf den letzten Platz besetzt, als Dr. Nigge an das Rednerpult trat, um nach einer Bestandsaufnahme zur gegenwärtigen Situation der Stadt seine Vision von einem wettbewerbsfähigen Celle der Zukunft sowie Möglichkeiten aufzuzeigen, wie diese in die Realität umgesetzt werden könnten.

Celle stehe im Wettbewerb mit anderen Städten an einem Wendepunkt, an dem Stillstand Rückschritt bedeute. Die Stadt könne sich Themen wie „New Public Management", „Investmentcontrolling" oder „Change Management" nicht länger verschließen; die bestehenden Strukturen müssten vielmehr auch mittels privatwirtschaftlicher Managementtechniken hinterfragt sowie zur Umsetzung neuer Strategien gegebenenfalls sogar weitreichend verändert werden, damit Celle sich im Wettbewerb mit anderen Städten, der Region und dem Land neu positionieren und dauerhaft behaupten könne, um an dringend benötigten Fördermitteln teilzuhaben.

Es dürfe nicht länger nur verwaltet, sondern es müsse gestaltet werden, um zu verhindern, dass andere Städte an Celle vorbeizögen und die Stadt hinter sich ließen. Celle sei sowohl als wirtschaftlicher Standort aber auch als touristisches Ziel und als Heimatort für Familien sehr attraktiv; die Stadt dürfe sich auf ihrem Potential aber nicht ausruhen, sondern müsse ihre Möglichkeiten nutzen. Um wettbewerbsfähig zu werden, so führte Dr. Nigge aus, seien drei große Ziele gesetzt worden, die innerhalb von fünf Jahren erreicht werden sollten: ein ausgeglichener Haushalt, die Halbierung des Leerstandes in der Innenstadt und die Schaffung neuer Strukturen für Wirtschaft, Tourismus und Familien. Neues Bauland für Wohnraum solle zeitnah ausgeschrieben werden, neue KiTa-Plätze müssten geschaffen und Ganztagesschulen eingerichtet werden, um den Zuzug für Familien attraktiv zu gestalten. Die Förderung des Wirtschaftsstandortes Celle müsse - stärker als in der Vergangenheit - betrieben werden, womit bereits durch eine personelle Verstärkung in der Wirtschaftsförderung begonnen wurde, damit attraktive Arbeitsplätze in der Stadt generiert und das Wachstum insgesamt gesteigert werden könne.

Die Innenstadt - mit ihrem weltweit größten geschlossenen Fachwerkensemble, dem ältesten noch bespielten Schlosstheater und der ältesten Fachwerksynagoge Niedersachsens - sei die „DNA der Stadt" und für die Standortentscheidung - sowohl bei einem privaten Umzug als auch bei einer Geschäftseröffnung - häufig ein maßgeblicher Faktor. Denn der Eindruck, den Betroffene bei einem Besuch der Innenstadt gewinnen, sei oft ausschlaggebend dafür, ob man in Celle wohnen und arbeiten bzw. geschäftstätig werden wolle. Deshalb müsse die Innenstadt - nicht nur das dortige Angebot an Ladenlokalen, sondern auch als Wohnort - attraktiv gestaltet und weit über den Weihnachtsmarkt hinaus für Veranstaltungen genutzt werden, um den Touristenstrom nach Celle zu lenken.

Damit ein Wachstum der Stadt erzielt werden könne, seien neben der Politik aber auch die Verwaltung, die Medien und die Bürger gefordert. Alle müssten eng zusammenstehen, sich einbringen - etwa im Verein, in sozialen oder anderen Einrichtungen - und miteinander über politische und sonstige Grenzen hinweg in einer Kultur des „freien Denkens" mit dem Willen zur Veränderung gemeinsam an diesem Ziel arbeiten.



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Artikel-Informationen

27.03.2018

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